website security Geschichte Deutscher Fundraising Verband
Deutscher Fundraising Verband - Die ersten zehn Jahre
1993 - 2003
von Dr. Christoph Müllerleile
Am 27. Februar 1993 wurde in Frankfurt am Main im Hotel „Höchster Hof“ die „Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing (BSM) e.V.“ gegründet. Dies geschah am Vorabend einer „Arbeitstagung Sozialmarketing“, zu der sich am selben Ort mehr als hundert Vertreterinnen und Vertreter Spenden sammelnder Organisationen zusammen fanden. Sie waren eingeladen, mit dem Geschäftsführer des
Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), Lutz E. Worch, über das neu geschaffene Spenden-Siegel des DZI zu diskutieren. Nach der Diskussion beschlossen die Anwesenden, neben der BSM einen Trägerverein des Deutschen Spendenrats zu gründen, in dem sich Spenden sammelnde Organisationen der freiwilligen Selbstkontrolle unterziehen wollten. Vorbild waren der Deutsche Presserat und die Schweizerische ZEWO.
Die
Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing (BSM) entstand als Berufsverband der mit der Mittelbeschaffung für gemeinnützige Zwecke befassten Fachleute. Die Gründung der BSM war überfällig. Journalisten, PR-, Werbe- und Marketingfachleute hatten längst ihre Berufsverbände und sich dadurch berufliche Anerkennung, gesicherte Gehalts- und Honorarstrukturen, einheitliche Berufsbilder, eigene Ausbildungswege und gemeinsame ethische Grundlagen geschaffen. Einige deutschen Fundraiser trafen sich zwar seit Jahren beim International Fundraising Workshop im niederländischen Noordwijkerhout und sprachen dort über einen eigenen Verband. Doch so richtig in Gang kam das Vorhaben erst durch acht Fundraiser von Umweltverbänden, die sich am 17. September 1992 auf Einladung von Christoph Müllerleile in den Räumen der Umweltstiftung WWF-Deutschland versammelten. Eigentlich hatten sie mit Lutz Worch vom DZI über die Vergabe des Spendensiegels an Umweltverbände reden wollen. Doch der hatte sich bei der Abfahrt in Berlin nach seinen Angaben an einer Taxitür verletzt und kam nicht. So blieb genug Zeit, sich eigene Gedanken zu machen.
Höchster Hof Gründungsstätte

Die Gründungsstätte der Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing, der „Höchster Hof“ im Frankfurter Stadtteil Höchst.

Der Gründungsvorstand
Fünfzig Interessenten nahmen an der Gründungsversammlung der BSM teil, 37 traten sofort bei. Gründungsvorsitzender wurde Christoph Müllerleile, damals Leiter der Abteilung Private Förderer bei der Umweltstiftung WWF-Deutschland, Stellvertreter Franz Orth, Geschäftsführer des Fundraisingunternehmens social concept, damals Krefeld, Schriftführerin Dagmar Kohring, selbstständige Beraterin in Bonn, Schatzmeister Reiner Rogowski, Leiter der Finanzen bei World Vision Deutschland, damals Oberursel im Taunus. Als Beisitzer gehörten dem Vorstand Holger Baum, Geschäftsführer der PR-Gesellschaft Media Company in Bonn, Ursula Kapp-Barutzki, Leiterin des Fundraising bei der Welthungerhilfe in Bonn, Mathias Krieger, selbstständiger Spendenberater in Frankfurt, und Bernd Pastors, stellvertretender Geschäftsführer des Hilfswerks action medeor in Tönisvorst, an. Bei der ersten ordentlichen Mitgliederversammlung am 7. Oktober 1993 im Hansa-Hotel in Hürth bei Köln schieden Dagmar Kohring und Bernd Pastors aus. Birgit Kern, damals Bußgeldreferentin beim WWF, übernahm das Schriftführeramt, Jörn Ziegler, Öffentlichkeitsreferent bei World Vision in Oberursel, wurde statt Pastors Pressesprecher.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gründungsversammlung stellten erhebliche Defizite beim Erfahrungsaustausch der hauptamtlich im Spendenwesen Tätigen fest. Von denen gab es zu diesem Zeitpunkt in Deutschland höchstens 500, die sich beruflich überwiegend mit der Mittelbeschaffung im Nonprofit-Sektor beschäftigten. Nur wenige hatten bisher die Gelegenheit zur Teilnahme am jährlichen
International Fundraising Workshop (heute International Fundraising Congress) in Noordwijkerhout nutzen können. Die Teilnahme kostete viel Geld und setzte die perfekte Kenntnis der englischen Sprache voraus. Innerhalb der einzelnen Zweige der Wohltätigkeit gab es vielfache Verbindungen und Dialogmöglichkeiten. In der Branche insgesamt aber galt bis dahin: Über Geld reden wir nur mit unseren Förderern, aber nicht miteinander.
Noordwijkerhout war Vorbild
Noordwijkerhout war schließlich das Vorbild für die Gründung der BSM, genauer gesagt das Treffen der deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, das viele Jahre lang zum festen Programm der Veranstaltung gehörte. Volkmar Löbel von der Deutschen Bibelgesellschaft in Stuttgart, der die deutsche Gruppe koordinierte, Lothar Schulz von den Alsterdorfer Anstalten in Hamburg, einer der Hauptreferenten in Noordwijkerhout, und Gerhard Wallmeyer von Greenpeace Hamburg, alle spätere Gründungsmitglieder der BSM, traten als Befürworter einer eigenen deutschen Fundraiser-Organisation auf.
In der Tat gab es viel auszutauschen und gemeinsam zu tun. Auf der Gründungsversammlung und in den vorbereitenden Sitzungen wurde von verschiedenen Seiten vorgetragen:
* Der Berufsstand sollte ein festes Berufsbild bekommen, das ihn von anderen Berufsgruppen, etwa den Öffentlichkeitsarbeitern und Spendenbuchhaltern, in den Organisationen unterscheidet.
* Der Nachwuchs sollte qualifiziert geschult werden. Es geht nicht an, so wurde festgestellt, dass Amateuren und dem Spendenwesen fremden Marketingagenturen Hunderttausende von Spendenmark zum Experimentieren überlassen werden.
* Die hauptberuflichen Fundraiser sollten in Spendenfragen gegenüber der Öffentlichkeit gemeinsam auftreten. Sie könnten zusammen mit dem zu gründenden Spendenrat eine Art Katastrophenmanagement für Krisenzeiten des Spendenmarketing etablieren, das gegensteuert, wenn aus dem Fehlverhalten Einzelner auf alle geschlossen wird.
* Die Fundraiser könnten ständig Informationen austauschen, die ihnen helfen, mit geringem Mitteleinsatz möglichst viel für die von ihren Organisationen vertretenen Anliegen zu tun. Dieser Austausch könnte individuell oder gemeinsam auf Tagungen, Fortbildungsveranstaltungen und regionalen Fundraising-Treffs stattfinden. Die Fundraiser könnten sich auch spartenspezifisch austauschen, Umweltorganisation mit Umweltorganisation, Sportverein mit Sportverein, Kirche mit Kirche, Behindertenverband mit Behindertenverband. Allen gemeinsam sollte ein spezifisch auf Fundraising-Interessen ausgerichteter Rundbrief dienen.
„Sozialmarketing“ weit gefasst
Nach reiflichen Überlegungen, ob diese Ziele nicht auch innerhalb bereits bestehender Organisationen verwirklicht werden könnten, kam der Vorbereitungskreis zu dem Schluss, es sei besser, eine eigene Organisation zu gründen, die Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing (BSM). Der Begriff „Sozial” steht dabei für „Gesellschaft” und „Marketing” für die Mittelbeschaffung für gute Zwecke, nicht nur für die Akquise von Spenden, sondern von allem, was die Verwirklichung der guten Zwecke unterstützt. Deshalb wurde auch der Vorschlag verworfen, den Verband Bundesarbeitsgemeinschaft „Spendenmarketing“ zu nennen.
Für die Gründung der BSM sprach vor allem, dass angesichts der knappen öffentlichen Mittel immer mehr bisher von staatlichen Zuschüssen abhängige Organisationen und Initiativen auf den Spendenmarkt drängen würden. Der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften im Fundraising würde also wachsen.
In der Satzung waren die Ziele der neuen Organisation so formuliert:
* Schaffung und Förderung der Einhaltung ethischer Grundsätze in der Spendenwerbung mit dem Ziel des Schutzes der Spender und der seriösen Spenden sammelnden Organisationen,
* Förderung des Ansehens der Spendenwerbung in Deutschland,
* Förderung wissenschaftlicher Forschung und Dokumentation über das Spendenwesen,
* Vertretung der beruflichen Interessen der Mitglieder,
* Aus- und Weiterbildung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, die im Sozialmarketing tätig sind.
Mitglied der BSM können Personen werden, die
* als Anwender des Sozialmarketing in gemeinnützigen Organisationen oder
* für gemeinnützige Organisationen als Dienstleister im Sozialmarketing tätig sind.
Bei der Mitgliederversammlung im April 1997 wurde der Vereinsname durch die Bezeichnung „Deutscher Fundraising Verband“ ergänzt. Am 26. September 2003 änderte die Mitgliederversammlung der BSM den Namen des Verbands einstimmig in
Deutscher Fundraising Verband.

Aus- und Fortbildung
Von Anfang an stand die Aus- und Fortbildung der Fundraiser im Mittelpunkt der Aufgaben, die die BSM sich gesetzt hatte. Die Namen von Matthias Krieger und Dr. Marita Haibach stehen für die Begründung der erfolgreichen Aus- und Fortbildungskonzepte der BSM. Beide waren für diesen Bereich zuständige Vorstandsmitglieder. Der Diplompädagoge Matthias Krieger inspirierte und leitete die Diskussion auf der ersten ordentlichen Mitgliederversammlung der BSM am 7. Oktober 1993 in Schmitten im Taunus und formulierte das erste Aus- und Fortbildungskonzept für die BSM. Dabei ging es zunächst darum, bestehende Aus- und Fortbildungseinrichtungen mit einer Empfehlung der BSM zu zertifizieren. Das erste Zertifikat bekam der dreijährige Fundraisingkurs des Diakonischen Werks Bayern, der später Vorbild für die Kurse der Fundraising Akademie wurde.
Im Oktober 1994 legte die
MediaCompany Bonn eine im Auftrag der BSM von den BSM-Vorstandsmitgliedern Mathias Krieger und Holger Baum erstellte Forschungsarbeit „Zur Arbeitsmarkt- und Beschäftigtensituation im Bereich des Spendenmarketing in Deutschland“ vor. Sie basierte auf einer Umfrage bei Entscheidungsträgern gemeinnütziger Organisationen.
Familienferienstätte Dorfweil

Die Familienferienstätte in Dorfweil war der erste Veranstaltungsort des Deutschen Fundraising-Kongresses.

Bemühen um Zertifizierung
Am 17. Januar 1997 fand auf Einladung der BSM unter Leitung von Dr. Marita Haibach in Frankfurt das erste Treffen der im deutschsprachigen Raum tätigen Anbieter von Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten im Fundraising statt. Vertreter von elf verschiedenen Institutionen nahmen teil. Bis dahin hatte sich die BSM auf die Anerkennung von Bildungsträgern beschränkt, die sie für geeignet hielt. Jetzt suchte sie nach Partnern für eine eigene Bildungseinrichtung. Dabei war zunächst angedacht, in enger Anlehnung an das Zertifizierungsverfahren für Fundraiser durch die National Society of Fund Raising Executives (NSFRE) in den USA auch in Deutschland ein Zertifikat für Fundraiser einzuführen. Dessen Erwerb setzte eine Prüfung voraus. An dieser Prüfung sollte man entweder nach Absolvieren eines Ausbildungsgangs oder nach Selbststudium teilnehmen können. Geplant war, dass sich auch die Fundraiserverbände FMA und SGFF in Österreich und der Schweiz beteiligten.
Die NSFRE war grundsätzlich bereit, eine deutsche Variante ihres Zertifizierungsverfahrens zuzulassen, ließ sich aber mit den Detailabsprachen so viel Zeit, dass Gespräche zwischen BSM und anderen Partnern über einen gänzlich eigenen Ausbildungsweg der deutschen Fundraiser weit voran kamen. Auch die Schweizer und österreichischen Freunde gingen bei der Aus- und Fortbildung eigene Wege.


Die Fundraising-Akademie entsteht
Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main hatte einschlägige Erfahrungen mit einem Ausbildungsgang Öffentlichkeitsarbeit für Nonprofit-Organisationen gesammelt. Auf der Suche nach neuen Betätigungsfeldern zeigte diese Einrichtung der Evangelischen Kirche in Deutschland Interesse, auch in der Fundraiserausbildung aktiv zu werden. Daraus entstand die heutige Fundraising Akademie. Mittler war der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des GEP, Holger Tremel. Zu den Gründern gehören Dr. Marita Haibach und Lothar Schulz. Die pädagogische Leitung der Akademie lag von Anfang an in den Händen des Theologen Dr. Thomas Kreutzer.
Das Curriculum der Akademie gründete auf dem Kurs „Spendenmarketing“, den das
Diakonie-Kolleg des Diakonischen Werks Bayern seit mehreren Jahren anbot. Die Präsenzphasen fanden in der Evangelischen Tagungsstätte Wildbad in Rothenburg ob der Tauber statt, einem prachtvollen ehemaligen Kurhotel. Kursleiter war Hans-Jürgen Holzhauer. Er bestimmte später wesentlich die Inhalte des im Frühjahr 2001 im Wiesbadener Gabler Verlag erschienenen Buches „Fundraising – Handbuch für Grundlagen, Strategien und Instrumente“. Es ist das erste große Lehrbuchs des deutschen Fundraisings. Holzhauer leitete die Öffentlichkeitsarbeit des Diakonie-Kollegs; er betrachtete sich selbst nicht als Fundraiser, erkannte aber die Notwendigkeit professioneller Mittelbeschaffung für die evangelische Kirche.
Am 30. November 1999 gründeten das
Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, die BSM und der Deutsche Spendenrat in Frankfurt am Main die Fundraising Akademie. Sie bot ab März 2000 eine berufsbegleitende Ausbildung mit dem Abschluss „Fundraiser/in (FA)“ an. Die staatliche Anerkennung wurde angestrebt. Ausgewiesene Trainer und Referenten führten in Theorie und Praxis des Fundraising ein. Praxisprojekte, Hausarbeiten und Regionaltreffs unterstützten und vertieften das Gelernte. Über einen Zeitraum von zwei Jahren eigneten sich die Teilnehmer fachliche, methodische, kommunikative und soziale Kompetenzen an, die für das Berufsfeld Fundraising erforderlich sind.
Im Februar und April 2002 schlossen die ersten beiden Kurse mit Prüfungen ab. Bis Juli 2003 waren bereits zweihundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgreich aus den Kursen hervorgegangen oder noch aktive Kursteilnehmer.

Deutscher Fundraising Kongress
In den Bereich Fortbildung fällt der seit Oktober 1993 jährlich veranstaltete Deutsche Fundraising Kongress. Name und Gestaltung gehen auf eine Idee von BSM-Gründungsmitglied Christoph Brocks zurück. Der Kongress wurde im Auftrag der BSM zunächst von Brocks’ Unternehmen Logo-S GmbH in Krefeld, 1996 und 1997 von dem von Brocks gegründeten gemeinnützigen Deutschen Spendeninstitut Krefeld (DSK) und ab 1998 von der Kölner Agentur neues handeln GmbH organisiert. Bei neues handeln standen die Namen Irmgard Nolte, Veronika Steinrücke und Mathias Gradinger für die erfolgreiche Fortentwicklung des Konzepts und Ausrichtung des Kongresses.
Der erste Kongress in Schmitten fand unter denkbar einfachen Umständen statt. Der BSM-Vorstand rechnete mit siebzig Teilnehmern und hatte für den 6. und 7. Oktober die Evangelische Familienferienstätte Dorfweil gemietet. 151 Teilnehmer kamen und konnten nur mühsam untergebracht werden, weil die Betten längst nicht ausreichten und die umliegenden Hotels wegen der Frankfurter Buchmesse ausgebucht waren. Natürlich gab es Kritik am Veranstaltungsort, die sich jedoch wegen der besonderen Atmosphäre und der großen Hilfsbereitschaft des Hausherrn Pfarrer Schaefer und seiner Mitarbeiter in Grenzen hielt.

Der BSM-Vorstand entschied, künftige Kongresse ins Frühjahr zu verlegen. Da die Zeit bis zum Frühjahr 1994 für einen „großen“ Kongress zu kurz erschien, hieß die nächste Veranstaltung vom 20. und 21. April 1994 im Hansa-Hotel in Hürth bei Köln „1. Deutscher Fundraising Workshop“. Dort fanden auch die Kongresse 1995 bis 1997 statt. Die Räumlichkeiten wuchsen mit dem Platzbedarf der Kongresse: 1998 und 1999 Hotel „La Strada“ in Kassel, 2000 bis 2002 im „Treff-Hotel“ in Leipzig und 2003 „Hotel Maritim“ in Magdeburg.
Immer wieder hatten die Kongresse auch prominente Gäste. 2001 war der frühere Schauspieler und Gründer der
Stiftung Menschen für Menschen, Karlheinz Böhm, Star des Kongresses. Zum Schlusswort kam der bekannte Medienwissenschaftler und Politiker Professor Dr. Peter Glotz. 2002 eröffnete die Gattin des damaligen Ministerpräsidenten von Sachsen, Ingrid Biedenkopf, den Kongress in Leipzig, 2003 Bundesjustizministerin Brigitte Zypries.
Der Kongress von 2003 in Magdeburg zählte 390 Teilnehmer aus dem In- und Ausland, dazu 73 Referenten und 81 Vertreter von Sponsoren. Rund 72 Prozent der zahlenden Teilnehmer kamen von Nonprofit-Organisationen, 28 Prozent von Agenturen und Dienstleistern; 51 Prozent waren weiblich.
Die Fundraising Kongresse sind immer internationaler geworden und haben sich damit dem Niveau von Noordwijkerhout genähert. 1997 war der berühmte Fundraiser Ken Burnett als englischsprachigen Referent noch Exot. Bei den Kongressen in Leipzig und Magdeburg gehörten Experten aus Großbritannien bereits zum festen Aufgebot.

Erfahrungsaustausch - Die BSM-Fundraising-Treffs
Der Austausch von Erfahrungen ist für Fundraiserinnen und Fundraiser nicht nur beruflich wichtig. Er bringt den Organisationen, für deren gute Zwecke gesammelt wird, bares Geld. Deshalb sind Beschäftigte in diesem Bereich zueinander in der Regel offener als die in anderen Berufszweigen. Außenstehende sind immer wieder überrascht, wie großzügig Fundraiser auf Fundraising Kongressen und in Fortbildungsveranstaltungen aller Art mit ihrem Wissen umgehen.
Dem direkten Erfahrungsaustausch auf regionaler Ebene dienen die BSM-Fundraising-Treffs. Fundraising-Experten aus Organisationen und Agenturen referieren zu aktuellen und fachspezifischen Themen und stehen zum Gespräch zur Verfügung. Geschätzt werden dabei vor allem die wertvollen Praxis-Tipps, die der täglichen Arbeit zu Gute kommen.
Begonnen haben die Treffs 1993 als „Fundraising-Stammtische“ der Krefelder Unternehmensberatung Logo-S des BSM-Gründungsmitglieds Christoph Brocks. 1997 gab er Idee und Ausrichtung an die BSM ab. Aus ursprünglich sechs wurden bis 2003 neunzehn „Treffs“, nämlich in Berlin, Bonn/Köln, Bremen, Duisburg/Düsseldorf, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, Hannover, Heidelberg/Mannheim, Kassel, Leipzig, Magdeburg, München, Münster, Nürnberg, Stuttgart, Trier, Weimar und Würzburg.
Für die Treffleiter gibt es seit 2001 Jahrestreffen zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch.

Die ersten Fachgruppen der BSM
Den branchenspezifischen Erfahrungsaustausch besorgten die Fachgruppen der BSM. Eine der ersten war die Fachgruppe Diakonie/Evangelische Kirche unter der Leitung von Matthias Buntrock
Die Spendenmarketer in Diakonie und Kirche sahen bereits seit Jahren den Bedarf für eine eigene Interessenvertretung, die sich über die Strukturgrenzen von Landeskirchen und Fachverbänden hinaus orientieren sollte. Deshalb fand der Vorschlag von Hans-Jürgen Holzhauer vom
Diakonischen Werk Bayern, eine Fachgruppe Diakonie/Evangelische Kirchen zu gründen, bei den befragten BSM-Mitgliedern positive Resonanz.
Am 30. Oktober 2001 fand in Bielefeld auf Buntrocks Initiative unter der Bezeichnung „kollekta 2001“ eine erweiterte Fachtagung der Fachgruppe statt, am 26. September 2002 eine zweite. „kollekta“ entwickelte sich zu einem Fundraisingtreff zwischen den Kongressen und bot ein immer breiteres Spektrum an. Längst waren auch katholische Einrichtungen mit von der Partie. Die Kölner Agentur steinrücke + ich mit Veronika Steinrücke gab der Veranstaltung professionelle Konturen.

Eine Fachgruppe Kultur der Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing gründeten die im kulturellen Bereich tätigen Fundraiser am 12. Oktober 1998 in Bonn. Zum Koordinator wurde der Geschäftsführer des in Bonn ansässigen Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, zum Stellvertreter Tyark Thumann, damals Fundraising-Manager der SAZ Dialog Agentur in Garbsen, gewählt.
Obwohl Fundraising im Kulturbereich eine große Rolle spielt, waren damals nur wenige professionell mit der Mittelbeschaffung für diesen Sektor befasst. Zur „1. Deutschen Fundraising-Fachtagung für Kunst und Kultur“ am 11. Oktober 1999 in Bonn kamen 130 Teilnehmer, von Vertretern der Spitzenverbände bis zum Künstler. Ähnlich gut besucht und mit dreizehn hochkarätigen Referenten gut bestückt war die zweite Fachtagung am 18. Oktober 2000 im Museum für Angewandte Kunst in Köln.
Die Fachtagungen sollten spendenbedürftige Kulturschaffende aller Bereiche zu einem fruchtbaren Gedankenaustausch mit Praktikern der Mittelbeschaffung für gemeinnützige Zwecke zusammenbringen. Die Fachgruppe plante auch, gemeinsame Auftritte von Fundraising-Dienstleistern auf Kulturmessen und Kulturereignissen zur organisieren.
Olaf Zimmermann übergab die Leitung der Fachgruppe bald an Tyark Thumann, der sie bis zum Frühjahr 2001 führte. Danach löste sie sich im Rahmen einer vom Vorstand veranlassten Neuordnung vorläufig auf.

Der Fundraiserinnen-Tag der BSM
Am 16. November 1996 gab es im Frauenkulturhaus in Frankfurt/Main eine bundesdeutsche Premiere: Mehr als 50 Frauen aus ganz Deutschland waren der Einladung von BSM-Vorstandsmitglied Dr. Marita Haibach zum ersten „Fundraiserinnen-Tag” in Deutschland gefolgt. Ein Ergebnis des Tages war die Umbenennung der auf dem Fundraising-Kongress 1996 gegründeten Fachgruppe Frauen in „Fundraiserinnen-Netzwerk in der BSM”. Es war ein sehr lebendiger Tag. Der Geräuschpegel in den Pausen belegte, dass die Teilnehmerinnen den Tag intensiv zum Austausch untereinander nutzten. Viele konkrete Vorschläge und Ideen für die weitere Arbeit wurden entwickelt.
Der Nachmittag des Fundraiserinnen-Tags wurde eröffnet mit einem Vortrag von Dagmar Kohring, Leiterin von International Fundraising, einer Fundraising-Beratungsfirma mit Niederlassungen in Boston und Bonn. Sie ist Gründungsmitglied der BSM und Mitbegründerin von WID (Women in Development), des größten Netzwerks von Fundraiserinnen in den USA. Fundraising hat sich mittlerweile in den USA zu einer Frauendomäne entwickelt.
Zur künftigen Arbeit des Fundraiserinnen-Netzwerks in der BSM wünschten sich die Teilnehmerinnen des ersten Fundraiserinnen-Tags Austausch über frauenspezifische Belange, Organisation von frauenspezifischen Fortbildungsangeboten und die Schaffung einer „Fundraiserinnen-Jobbörse“.
Zum zweiten Fundraiserinnen-Tag am 15. November 1997 kamen bereits siebzig Frauen nach Frankfurt, zum fünften am 18. November 2000, erstmals in Wiesbaden, mehr als 100, zum siebten am 30. November 2002 rund 150. Leiterinnen des Fundraising-Netzwerks waren jeweils die Frauen im Vorstand der BSM.

Die Organisation der BSM
Oberstes Organ der BSM ist die Mitgliederversammlung. Mitglied konnte jede natürliche Person werden, die beruflich mit dem Spendenwesen zu tun hat.
Die Mitgliederversammmlung wählte auf zwei Jahre einen Vorstand. Seit 1. Juli 2000 gab es eine BSM-Geschäftsstelle in Frankfurt am Main im Hause des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik. Die BSM war als Verein unter VR 10275 beim Amtsgericht Frankfurt eingetragen.

Die Finanzierung der BSM
Anfangs basierte die Finanzierung der BSM rein auf den Mitgliedsbeiträgen. Lediglich der „BSM-Newsletter“, später „Fundraising aktuell“, wurde durch Anzeigen und Einnahmen aus Abonnements mitfinanziert.
Die Mitgliedsbeiträge wurden relativ niedrig angesetzt in Erwartung eines starken Mitgliederzustroms. Doch die Szene der beruflich überwiegend im Fundraising Tätigen ist immer noch klein. Der Mitgliederzuwachs blieb hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Deshalb war die BSM stets unterfinanziert. Gäbe es die ehrenamtlich und unentgeltlich arbeitenden Kräfte nicht, hätte sich der Verband nicht zu seiner heutigen Bedeutung entwickeln können. Bezahlte Kräfte gibt es erst seit Einrichtung der Frankfurter Geschäftsstelle ab Mitte 2000.
Lange wurde in der BSM überlegt, auch Firmen und Organisationen als Mitglieder zu akquirieren, um größere Verandlungsmacht bei der Lobbyarbeit und mehr Geld in die Kasse zu bekommen. Damit hätte die BSM den Organisationen und Firmen aber auch besondere Anreize bieten müssen, ihre Interessen zu verwirklichen, ohne die Unabhängigkeit zu gefährden. Der Gedanke wurde jahrelang verworfen, weil die BSM ihren Status als Berufsverband verloren hätte und in direkte Konkurrenz zu anderen Verbänden wie dem Deutschen Direktmarketing Verband getreten wäre.
Ohne Sponsoren wären die zahlreichen Aktivitäten der BSM kaum zu finanzieren gewesen. Das gilt besonders für die Fundraising Kongresse, deren Akzeptanz und Wirkungsbreite nicht durch zu hohe Teilnehmerbeiträge geschmälert werden sollte. Auch die Fundraising-Treffs und die Zeitschrift „Fundraising aktuell“ fanden stets großzügige Unterstützung durch interessierte Firmen.

Ethische Grundlagen schaffen Standards
Zur Festlegung ethischer Standards verabschiedeten die Mitglieder nach dreijähriger Diskussion bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 26. Januar 2001 Grundregeln, die vom Ethikausschuss unter Dr. Christoph Müllerleile und später Dr. Jens Uwe Böttcher formuliert wurden. Der Ethikausschuss überwachte ihre Einhaltung. Dazu nahm er Beschwerden gegen Mitglieder der BSM, die vorgeblich dagegen verstoßen hatten, entgegen und empfahl Sanktionen, die bis hin zum Ausschluss als Mitglied oder zur Strafanzeige reichen konnten.
Dem Ausschuss gehörten durch Wahl der Migliederversammlung vom 6. April 2001 an: Dr. Jens Uwe Böttcher (Koordinator) (Frankfurt/M.), Mathias Krieger (Frankfurt/M.), Reinhold Lapp-Scheben (Düsseldorf), Helga Schneider (Bergheim), Pastor Walter Schroeder (Bielefeld), Tyark Thumann (Hannover) und Gerhard Wallmeyer (Hamburg).
Die 2001 verabschiedeten Grundregeln hatten folgenden Wortlaut:
„Grundregeln unserer Arbeit als Fundraiserinnen und Fundraiser
Fundraising ist Mittelbeschaffung für gemeinnütziges Gestalten. Als treuhänderisches Handeln der Geberin, dem Geber und der Öffentlichkeit gegenüber setzt es bei allen Beteiligten eine besondere Hingabe zur Sache und ein offenes und ehrliches Verhalten zueinander voraus. Dies zu fördern, ist Ziel der folgenden Grundregeln, die wir, die Mitglieder der Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing (BSM) – Deutscher Fundraising Verband e.V., als Maßstab unseres Wirkens anerkennen, und zu deren Durchsetzung wir uns der Schiedsgerichtsbarkeit der BSM unterwerfen.
1. Wir erachten die Unantastbarkeit der Würde des Menschen als Richtlinie für unser Handeln.
2. Wir lassen uns von Buchstaben und Geist des geltenden Rechts leiten.
3. Wir üben unsere Tätigkeiten in Übereinstimmung mit anerkannten Regeln unserer Branche aus.
4. Wir unterlassen jedes beleidigende oder anderweitig herabsetzende Verhalten, insbesondere in der Werbung.
5. Wir treten ein für Transparenz in unserem Wirken und sind jederzeit zur Rechenschaft über unser berufliches Tun bereit. Dazu gehört eine, den Tatsachen entsprechende, sachgerechte und ausreichende Information über unsere Arbeit und ihre Ziele ebenso wie eine vollständige und nachvollziehbare Rechnungslegung.
6. Wir geben uns anvertraute Informationen oder Daten ohne ausdrückliches Einverständnis der Berechtigten nicht an Dritte weiter.
7. Wir respektieren uneingeschränkt die freie Entscheidung Dritter, insbesondere potenzieller und bestehender Förderinnen und Förderer, und unterlassen jeden Anschein von Druck auf ihre Entscheidungen.
8. Wir setzen uns ein für die ordnungsgemäße und effiziente Verwendung der im Rahmen unserer Tätigkeit eingeworbenen Mittel. Dazu gehört insbesondere die Achtung jeder Zweckbindung.
9. Wir sichern die Qualität unserer Arbeit, indem wir uns fortwährend weiterbilden und neue Erkenntnisse zügig umsetzen.
10. Wir suchen die offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten unserer Branche in Deutschland und in aller Welt.
Beschlossen auf der Mitgliederversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing (BSM) – Deutscher Fundraising Verband e.V. am 26. Januar 2001 in Frankfurt/Main.“
Zur weiteren Ausgestaltung der Inhalte aus den Grundregeln richtete die Mitgliederversammlung vier Unterarbeitsgruppen des Ethikausschussses ein. Sie befassten sich mit den Themenkeisen Agenturen und Berater, IT -/ Datenschutzfachleute, Berufsständische Fragen und Schiedsordnung.
Auf Vorschlag des Ethikausschusses verabschiedete die Mitgliederversammlung am 6. April 2001 eine Schiedsordnung.


Zusammenarbeit mit dem Spendenrat
Der Deutsche Spendenrat betrachtete sich anfangs als Einrichtung des gesamten gemeinnützigen Sektors, ähnlich dem Deutschen Presserat, der über die Presselandschaft richtet, musste aber nach schmerzlichen Erfahrungen erkennen, dass es besser ist, sich auf eigenen Mitglieds-Organisationen zu konzentrieren. Nach einem großen Exodus im Jahre 1996 gelang es der Organisation, bis Juli 2003 auf 57 Mitglieder anzuwachsen.
Der Spendenrat war schon durch die Gründer, den gemeinsamen Gründungsort und personelle Verschränkung eng mit der BSM verbunden. Mitglieder des Spendenratsvorstands waren meist auch Mitglieder der BSM. Gemeinsam gehörten beide Organisationen zu den Gründern und Gesellschaftern der Fundraising Akademie.

Die internationalen Verbindungen der BSM
von Dr. Marita Haibach
Die internationalen Verbindungen waren von Anfang an für die BSM wichtig. Der Austausch auf internationaler Ebene wirkt bereichernd und beinhaltet viele Lerneffekte. Die Idee, einen Berufsverband der Fundraiser und Fundraiserinnen in Deutschland zu gründen, wurde – so die Überlieferung – nicht auf deutschem Boden, sondern in den Niederlanden kreiert. Auf dem
International Fundraising Workshop (heute: International Fundraising Congress) in Noordwijkerhout begegneten sich viele der Pioniere und Pionierinnen unseres Berufsfeldes und entschlossen sich, diesem auch hierzulande eine organisatorische Basis zu schaffen.
Das Interesse, sich in anderen Ländern zu informieren, an internationalen Kongressen teilzunehmen, dort Praktika zu absolvieren oder neuerdings auch an „Fundraising-Studienreisen“ nach England oder USA teilzunehmen, ist heute größer denn je. Die internationalen Kontaktnetze mit Fundraising-Kolleg/innen auf individueller Ebene wachsen und gedeihen – und das ist gut so! Es ist nicht möglich, all’ dies zu dokumentieren. Es folgt daher lediglich ein kurzer Überblick über des Engagement der BSM in der internationalen Verbandsarbeit.
Schon kurz nach Gründung nahm die BSM Kontakt zur
Schweizerischen Gesellschaft der Fundraising-Fachleute (SGFF) und nach dessen Gründung auch zum Verband der Fundraising ManagerInnen Austria (FMA) auf. Am Rande des Fundraising Kongresses von 1995 in Hürth fand die erste gemeinsame Vorstandssitzung der drei Organisationen mit dem legendären Dr. Bruno Fäh von der SGFF und Diplomkaufmann Magister Helmut Heinzel von der FMA statt, der lange Jahre FMA-Vorsitzender (Obmann) war.
Mit meinem Eintritt in den BSM-Vorstand Anfang 1996 übernahm ich die Zuständigkeit für die internationalen Kontakte unseres Verbandes. Die BSM war seinerzeit gerade dem
World Fundraising Council (WFC) beigetreten, einem inzwischen aufgelösten weltweiten Dachverband der Fundraising-Verbände. Danach konzentrierte die BSM gemeinsam mit Fundraising-Verbänden in anderen europäischen Ländern ihr internationales Engagement zunächst auf Europa. Gut drei Jahre nach dem ersten Treffen in Noordwijkerhout während des International Fundraising Workshop 2002 fand am 22. Februar eine bedeutsame Zeremonie statt: Anlässlich einer Sitzung in Brüssel, an der Vertreter/innen von Fundraising-Verbänden aus 11 Ländern teilnahmen, wurden die formellen und legalen Statuten der European Fundraising Association (EFA) unterzeichnet. Mitglied werden können sowohl Verbände mit Einzelpersonen als Mitgliedern als auch Verbände mit Spendenorganisationen als Mitgliedern. Als President fungierte zunächst der Engländer John Gray, ich war als Vice President des Verbandes, später als President tätig.
Neben dem Lobbying für das Fundraising in Brüssel, besaß der Bereich Training und Ausbildung Priorität und zwar in Form von Entwicklung eines europaweiten Zertifizierungssystems für Fundraiser/innen. Der Abschluss der Fundraising Akademie sollte dabei ebenso anerkannt werden wie die bisherige Zertifizierung des britischen Verbandes. Weitere Aufgabenschwerpunkte waren: Ethik-/Verhaltenskodex, Qualitätskontrolle, Networking, Forschung und Vorantreiben der Möglichkeiten des grenzübergreifenden Arbeitens.
Doch auch über Europa hinaus kam Bewegung in die internationale Vernetzung von Fundraisern und Fundraiserinnen. Auf Einladung der
Association of Fundraising Professionals (AFP), des größten US-Fundraising-Verbands, des Institute of Fundraising (britischer Fundraising-Verband) und des Fundraising-Institute of Australia fand am 22. März 2003 in Toronto der erste International Fundraising Summit statt. Sämtliche EFA-Vorstandsmitglieder waren präsent und verdeutlichten, dass in dem einen Jahr seit Gründung des Verbandes gelungen war, die Fundamente für die Arbeit des Verbandes zu legen.
Der US-Verband AFP hatte nun die Zeichen der Zeit erkannt und akzeptierte, dass sich die USA in Bezug auf die Entwicklung des Fundraisings weltweit mit einer primus-inter-pares-Rolle zufrieden geben mussten. Zwar sind die USA in vielerlei Hinsicht nach wie vor Vorbild, was den Grad der Professionalisierung des Fundraising, die Instrumente und erst recht das Volumen der Einnahmen angeht, doch die einfühlsame Adaptierung der Fundraising-Methoden auf die jeweiligen Gegebenheiten in vielen Ländern der Erde ist nur vorangekommen, weil sich engagierte Praktiker vor Ort als Pioniere betätigten und dies auch weiterhin tun.


BSM als Lobbyist
Berufsverbände müssen für ihre Mitglieder eintreten. Das geschieht nach innen und außen. Nach innen sorgte die BSM für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung ihrer Mitglieder und für die Abhilfe von Beschwerden gegeneinander. Nach außen trat die BSM, wenn auch noch in bescheidenem Umfang, als Lobbyistin fürs Fundraising und den Berufsstand ein. Da der Verband nicht tariffähig war, kamen Tarifverhandlungen von vornherein nicht in Frage.
Dabei konzentrierte sich die Lobbyarbeit der BSM zunächst einmal auf Felder, die von anderen Organisationen, etwa der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, hätten wahrgenommen werden müssen. Dazu zählten Gespräche und Vereinbarungen mit dem
Zentralen Kreditausschuss der Dachverbände des Kreditwesens über die praktische Gestaltung des Geldtransfers bei Spenden oder mit dem Bundesfinanzministerium über die Auslegung des Steuer- und Gemeinnützigkeitsrechts.
Dem Berufsstand direkt zugute kamen Gespräche mit Ministerien, Fachhochschulen und Universitäten über staatlich anerkannte Ausbildungswege zum Fundraiser. Wichtiger waren die Anerkennung des Berufsstandes innerhalb des gemeinnützigen Sektors und die entsprechende Einordnung in die Hierarchien der Organisationen. Die Lobbyisten des Fundraising setzetn sich dafür ein, dass Fundraising als Führungsaufgabe betrachtet wurde und bei großen Organisationen entsprechend als Stabsstelle direkt bei der Geschäftsführung angesiedelt war. Bei kleineren Organisationen mit flacher Hierarchie sollte Fundraising gleichberechtigt neben der Projektarbeit positioniert werden, weil eine Erreichung der Ziele und Zwecke ohne ausreichende Mittelausstattung nicht denkbar ist.

Synergieeffekte mit anderen Verbänden
Der Nonprofitbereich allein hat verglichen mit den Umsätzen im Profitbereich wenig Marktmacht. Um vom Know-how und den Lobbyerfahrungen des kommerziellen Bereichs zu profitieren, trat die BSM dem Deutschen Direktmarketing Verband e.V. in Wiesbaden bei. Hier existierten etablierte Verhandlungsstrukturen gegenüber der Bundesregierung und halbstaatlichen Einrichtungen wie Post und Telekom, deren Geschäftspolitik eng in das Fundraising hineinwirkt. Über die europäische Vereinigung FEA wirkte der DDV direkt auf die europäische Gesetzgebung ein, die für die deutschen Märkte immer wichtiger wurde.
Um als Interessenverband auch organisatorisch besser bestehen zu können, trat die BSM der
Deutschen Gesellschaft für Verbandsmanagement e.V. in Bonn bei. Der Verein sorgte durch regelmäßige Information und Schulung von Verbandsvertretern und durch direkte Einzelberatung dafür, dass die BSM im Bereich Verbandsverwaltung auf der Höhe der Zeit blieb und Fallen des Steuer- und Arbeitsrechts mied.
Führender Lobbyist auf dem Sektor des Gemeinnützigkeitsrechts in Deutschland ist der
Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V. in Berlin. Um an Verhandlungen beteiligt und laufend informiert zu sein, wurde die BSM auch hier Mitglied.

Deutscher Fundraising-Preis
Ohne Preis kein Fleiß. Die BSM verlieh 1998 beim Fundraising Kongress in Kassel erstmals den Deutschen Fundraising Preis für besonders kreativ gestaltete Materialien, Mailings, Events und Ganzheitliche Konzepte. Beim Fundraising Kongress 1999 wurde neben den Preisen für Spendenmailings und Fundraising-Konzepte erstmals ein Sonderpreis für lebenslange Verdienste um das Fundraising verliehen. Er ging an den inzwischen verstorbenen Mitgründer und Geschäftsführer der Schweizerischen Gesellschaft der Fundraising-Fachleute, Dr. Bruno Fäh, in Bourguillon bei Fribourg.
Mit dem Fundraising Kongress 2000 wurden nur noch Preise für besondere Lebensleistung verliehen, 2000 an Gerhard Wallmeyer, Fundraiser bei der deutschen Sektion von Greenpeace, 2001 an den Kunstsammler und –mäzen Pfarrer Paul Gräb aus Bad Säckingen, 2002 an den Vorsitzenden des Deutschen Spendenrats, Lothar Schulz aus Hamburg, und 2003 an den Mitbegründer der BSM, Dr. Christoph Müllerleile.

Die Publikationen der BSM
Im Mai 1993 erschien die erste Ausgabe des „BSM-Newsletter“, der offiziellen Vierteljahreszeitschrift der BSM. Ab 2003 hieß sie „Fundraising aktuell“. Mehrfach wurde das Layout geändert. Die inhaltliche Gestaltung lag von Anfang an in den Händen von Dr. Christoph Müllerleile. Er war von Hause aus Journalist und verfügte als Vorsitzender der BSM auch über die besten Kenntnisse des Verbandsgeschehens. Nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand führte er das Organ als Chefredakteur weiter.
Um die Information über aktuelle Vorgänge zu verbessern, bot die BSM ab Mai 1999 das „BSM-Online-Info“ an, einen über E-Mail verbreiteten Informationsdienst. Ab 2003 hieß er „Fundraising aktuell online“. Mittlerweile hatten fast alle BSM-Mitglieder E-Mail-Adressen, sodass aufwendige Versandaktionen per Post fast der Vergangenheit angehörten.
Für laufende Information über das BSM-Geschehen sorgte der Internetauftritt. Besonders intensiv genutzt wurden Stellenangebote und –gesuche, Informationen über Agenturen und Dienstleister, Termine für Fundraiser und Zahlen zum Fundraising. Auf letztere griffen besonders die Presse und Wissenschaftler gerne zurück.

Wissenschaft und Forschung
Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Fundraising sind in Deutschland rar. Eine systematische Erfassung des Spendenaufkommens gab es lange nicht. Vergeblich bemühte sich die BSM, Finanziers für solche Untersuchungen zu finden.
1995 startete das
Emnid-Institut in Bielefeld mit Unterstützung der BSM den Emnid-Spendenmonitor, die erste kontinuierliche Befragung eines repräsentativen Querschnitts der deutschsprachigen Bevölkerung über 14 Jahren nach ihren Spendengewohnheiten. Von Anfang an wurden die Ergebnisse des Monitors im „BSM-Newsletter“ veröffentlicht.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Monitors war die Entwicklung der Spendenbereitschaft in der Bevölkerung. Sie erwies sich als niedriger als angenommen und schwankte um die 40 Prozent. Lediglich 2002 lag sie wegen der überwältigenden Hilfsbereitschaft nach der Elbe-Hochwasserkatastrophe signifikant höher. Erstmals hatte sich das Spendenverhalten in Ost und West 2002 einigermaßen angeglichen.
Seit 1995 erfasst die BSM das Spenden- und Bußgeldaufkommen ausgewählter Organisationen. Damit ließ sich über Jahre hinweg zumindest das Aufkommen der großen Organisationen miteinander vergleichen und eine „Bestenliste“ der zehn größten bilden.
Aufbauend auf seine Forschungsarbeiten bei der Erstellung seiner Dissertation zu „Erfolgsfaktoren im Fundraising von Nonprofit-Organisationen“ konnte BSM-Vorstandsmitglied Dr. Michael Urselmann als wissenschaftlicher Koordinator der BSM von 1994 bis 2001 in weiteren BSM-Studien die Entwicklungen der Mittelbeschaffung in Deutschland zu mehr Professionalität aufzeigen. Mit mehreren Ausgaben der Literaturliste Fundraising, einer Liste der NPO-Forscher und Einzelberatung von angehenden und etablierten Wissenschaftlern trug er zur Anreicherung zahlreicher Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftlicher Aufsätze bei. Außerdem begründete Urselmann die BSM-Bibliothek, die später an die Fundraising Akademie überging.
Regelmäßiger Kontakt bestand zwischen den wissenschaftlich tätigen Mitgliedern der BSM und NPO-Forschern, die sich jährlich zum Internationalen NPO-Colloquium treffen.

Gründerinnnen und Gründer erinnern sich 2003 anlässlich des zehnjährigen Bestehens

Die wilden Jahre
Klaus Prochazka, Werbefachmann in Ettlingen, beriet und betreute einige namhafte Organisationen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz.
Für Spendensammler waren es die wilden Jahre. Immer öfter machten sich Hilfsorganisationen jeglicher Ausrichtung mit Appellen öffentlich, manche von ihnen waren bis dahin unbekannt. Immer mehr Werbeagenturen entdeckten damals das Fundraising als Arbeitsfeld. Wer etwas darüber lernen wollte, fuhr nach Noordwijkerhout und erfuhr: Kinder kommen besser an als Behinderte, und wem es um den Tierschutz zu tun ist, sollte in der Werbung Elefanten abbilden, aber keine Schildkröten. Elefanten bringen mehr!
Presse und Fernsehen verfolgten das Geschehen mit wachsender Anteilnahme. Man prügelte auf die schwarzen Schafe der Branche ein oder auf jene, die man dafür hielt. „Geldmaschine Greenpeace” hieß es dann, oder: „Da schaut kein Rechnungshof durch“.
Das DZI führte sein Gütesiegel ein, der frisch gegründete Deutsche Spendenrat stellte erstmals Statuten zur freiwilligen Selbstkontrolle seiner Mitglieder auf. („Ein neuer Lobby-Verein“, giftete Der Spiegel.) Ich stand damals im Auftrag eines Kunden in zwei Verfahren vor Gericht. In dem einen verteidigte der Verein seinen guten Ruf, im anderen unterlag er gegen die Deutsche Post. Ihr waren einige hunderttausend Spendenbriefe vorübergehend abhanden gekommen, für die sie gleichwohl das Porto einklagte.
Die Bundesregierung beantwortete seinerzeit eine Große Anfrage von zwanzig Abgeordneten und der SPD-Fraktion über das „Humanitäre Spendenwesen in der Bundesrepublik”; von mindestens 240.000 gemeinnützigen Körperschaften in Deutschland war in der Stellungnahme die Rede.
Wie gesagt: es waren die wilden Jahre. Und höchste Zeit, so etwas wie die BSM zu gründen -ein Fixpunkt für alle, die im weitesten Sinne mit Sozialmarketing zu tun haben. Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Manchmal vermisse ich den einen oder anderen der ersten Stunde - oder die eine/ andere, obwohl ich mich bis heute nicht anfreunden mag mit den Fundraiserlnnen. Wie leicht haben es da die Engländer mit ihren geschlechtslosen Substantiven. Manchem der Pioniere hat seine Mitwirkung in der BSM vor allem die Karriere befördert, aber das ist nicht ehrenrührig.
Klaus Prochazka

Klaus Prochazka

Christoph Brocks vom Fundraising-Dienstleister Logo-S in Krefeld hat dafür gesorgt, dass die Kongresse der BSM so gelungen waren. Was auch immer man von diesem umtriebigen Manne halten mag, seine Meriten sind nicht zu bestreiten. Ohne ihn hätte es den Kongress nicht gegeben, und ohne Dr. Christoph Müllerleile gewiss nicht die Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing. Vielleicht verblasst diese Einsicht bereits; sic gloria transit mundi. Jedoch: Der Mann hat für die Zunft mehr geleistet als jeder andere.
Die wilden Jahre sind hoffentlich vorüber. Die Zukunft wird dem Fachverband und seinen Mitgliedern anderes abverlangen als dessen Gründern, doch gewiss nicht weniger.

„Gäbe es die BSM nicht, müsste sie schnellstens gegründet werden!“
Claus Reuther, Vorstandsvorsitzender Aktion Fischotterschutz e.V., Otter-Zentrum, Hankensbüttel
Als wir im September 1992 auf Einladung von Dr. Christoph Müllerleile in Frankfurt zu einem ersten zwanglosen Gedankenaustausch in Sachen Fundraising zusammenkamen, ahnte von uns niemand, dass wir damit einen ersten Schritt zu einer verbandsübergreifenden Institutionalisierung dieses Fachbereichs machen würden. „Wir“ das waren neben Christoph Müllerleile und Steffen Scharrer (beide seinerzeit beim WWF), Hans-Josef Hönig (damals Deutsche Umwelthilfe), Gerhard Wallmeyer (damals wie heute bei Greenpeace), Uwe Hüser (seinerzeit beim NABU), Andreas Fußer (damals BUND), Dr. Michael Hagemann (Wirtschaftsprüfer) und ich (damals wie heute Aktion Fischotterschutz). Aus der Zusammensetzung wird schon eine der Motivationen dieses Treffens deutlich: Die Umweltverbände sahen die Gefahr, durch das neu geschaffene Spendensiegel des DZI „ausgegrenzt“ zu werden, da die Satzung des DZI eine Einbeziehung der Umweltverbände ausschloss. Zudem gab es erhebliche Zweifel an den Kriterien und der Qualität dieses Siegels.
Schon damals wurde deutlich, dass es insbesondere an vier Dingen mangelte, nämlich an
- (verbindlichen) ethischen Grundsätzen für das Fundraising,
- einer den Spender wirklich schützenden, alle gemeinnützigen Bereiche einbeziehenden und nach einheitlichen, nachvollziehbaren Kriterien durchgeführten Bewertung der Rechnungslegung gemeinnütziger Organisationen,
- der Möglichkeit zum offenen Erfahrungsaustausch und zur qualifizierten Fortbildung für Fundraiser, und
- einer Lobby, mittels derer das Image des Fundraising vom „schmarotzenden Spendensammeln“ zugunsten seiner tatsächlichen (und unverzichtbaren!) Funktionen und Wirkungen für das Gemeinwohl verändert werden konnte.
Claus Reuther

Claus Reuther †

Als Mitglied des Vorbereitungsausschusses für den deutschen Spendenrat verband ich mit der Gründung dieses Gremiums die Hoffnung, dass es zumindest den beiden erstgenannten Mängeln abhelfen würde. Als sich dieser mit viel Enthusiasmus gegründete Rat (zumindest in der Anlaufphase) dann jedoch als „zahnloser Tiger“ herausstellte, verließ ich diesen mit meiner Organisation ebenso wie die meisten anderen Umweltverbände.
Glücklicherweise erwies sich die parallel dazu gegründete „Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing“, die wir am 27. Januar 1993 in Frankfurt aus der Taufe hoben, dagegen als ein effizienteres Gremium. Unzweifelhaft sind von ihr im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens die entscheidenden Impulse ausgegangen, die das Fundraising in Deutschland heute auf ein ethisch festes Fundament und ein professionelles Niveau gebracht haben, die seiner Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl entsprechen. Ob es mit Hilfe der BSM im kommenden Jahrzehnt gelingen wird, aus eigener Kraft und ohne staatliche Überregulierung auch das Ziel einer transparenten und nach einheitlichen Kriterien erfolgenden Rechnungslegung bei allen Organisationen zu erreichen, daran hege ich angesichts der heterogenen Interessenslagen und Organisationsstrukturen nach den bisherigen Erfahrungen doch einige Zweifel – leider. Noch mehr aber bedauere ich, dass es bisher nicht in dem erhofften Umfang gelungen ist, das Bild des Fundraising in der Öffentlichkeit auch nur annähernd dem anglo-amerikanischen Niveau anzugleichen. Doch was nicht ist, kann ja noch werden. Vielleicht war es ja richtig, sich zunächst auf die Qualität zu konzentrieren, um deren Niveau dann als Instrument der Imageveränderung zu nutzen – denn die Notwendigkeit dazu besteht unverändert.
Obwohl sich also in den 10 Jahren ihres Bestehens der BSM nicht alle meine persönlichen Erwartungen erfüllt haben, kann ich dennoch als Zwischenbilanz feststellen: Gäbe es die BSM nicht, müsste sie schnellstens gegründet werden!
BSM entstand quasi über Nacht
Hajo Hönig, Marketingleiter beim NABU in Bonn und Vorstandsmitglied der BSM
1990 wechselte ich vom Deutschen Roten Kreuz, Generalsekretariat, in den Umweltbereich, zunächst nach Radolfzell. Ich war dort für das Marketing von drei Organisationen, Deutsche Umwelthilfe, EURONATUR, BUND-LV Baden-Württemberg, zuständig. Nachdem ich bereits im Jahr 1990 mehrmals mit Anfragen, warum denn die Deutsche Umwelthilfe kein Spendensiegel hat, konfrontiert wurde, traf ich mich 1991 mit Christoph Müllerleile, der damals Leiter der Abteilung Private Förderer beim WWF-Deutschland war.
Ich schilderte ihm meine Erfahrungen mit dem DZI zu meiner Rotkreuz-Zeit und meine derzeitigen Probleme mit dem Spendensiegel. Auch der WWF hatte einige Anfragen zu verzeichnen. Daraufhin vereinbarte Christoph Müllerleile ein Treffen mit Lutz E. Worch, dem damaligen Leiter des DZI. Leider ohne Erfolg, da das DZI aufgrund seiner Satzung keine Umweltverbände aufnehmen konnte.
Hajo Hönig
Hajo Hönig
Wir organisierten ein erstes Treffen der Umweltverbände. Auf diesem Treffen wurde beschlossen eine freiwillige Kontrollorganisation zu gründen. So entstand der Spendenrat. Kurz vor der Gründungssitzung hatte Christoph Müllerleile die Idee, gleichzeitig auch eine Organisation für die Fundraiser zu gründen, die BSM. Praktisch über Nacht stellte er ein entsprechendes Konzept auf die Beine und organisierte das Gründungstreffen der BSM am Vorabend der Gründung des Spendenrates, beides im Hotel „Höchster Hof“ im Frankfurter Stadtteil Höchst..

Fundraising-Kongress 1993 in denkwürdiger Atmosphäre
Jo Klemens, Leiter Marketing beim Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin und ehemaliger Schatzmeister der BSM

Jo Klemens

Jo Klemens

Schmitten – ein Begriff der für all das steht, was meinen Werdegang als Fundraiser seitdem beeinflusst hat. Es war schon eine merkwürdige Atmosphäre an diesen heißen Sommertagen in dieser Jugendherberge. Erstmalig lernte ich die Kolleginnen und Kollegen kennen, die genauso wie ich Fundraising vorantreiben wollten. Viel ist seitdem geschehen und heute kann ich sagen, dass die Gründung der BSM wichtig und richtig war. Ganz besonders schätze ich aber, dass viele Teilnehmer der ersten Stunde heute gute Freunde geworden sind. Die Familie der Fundraiser wächst seitdem von Jahr zu Jahr und ich wünsche der BSM zu ihrem Geburtstag noch in diesem Jahr das eintausendste Mitglied. Eine starke Gemeinschaft!


Die Gründungsmitglieder der BSM
Gründungsmitglieder der BSM mit ihren damaligen Arbeits- oder Wohnorten sind: Andreas Arentzen, Seeheim-Jugenheim, von der Christoffel-Blindenmission, Holger Baum, Bonn, von der PR-Agentur MediaCompany, Christoph Brocks, Krefeld, vom Dienstleister Logo-S, Klaus, M. Dieterich, Gerlingen, von der Agentur BOD, Andreas Fußer, Bonn, vom BUND, Luitwin von Galen, Bonn, von HELP, Jürgen Grosse, Königswinter, von der Gesellschaft für Sozialmarketing, Hans-Josef Hönig, Überlingen, von der Deutschen Umwelthilfe, Manfred Hörnschemeyer, Garbsen, von der Agentur SAZ, Uwe Hüser, Koblenz, vom NABU, Ursula Kapp-Barutzki, Köln, von der Welthungerhilfe, Joachim Klemens, Willich, vom Deutschen Roten Kreuz, Dagmar L. Kohring, Bonn, selbstständige Fundraisingberaterin, Mathias Krieger, Frankfurt, von der Agentur Brakeley and Partner, Thomas Lackmann, Campione/Italien, von Sokrates Consulenza SAS, Michael Lenz, Berlin, Dr. Volkmar J. Löbel, Stuttgart, von der Deutschen Bibelgesellschaft, Angela Mein, Gelsenkirchen, vom Blindenhilfswerk, Christian Meyer, Hamburg, von der Werbeagentur M+S+B+K, Sieghard Müller, Bad Aibling, vom Christlichen Jugenddorfwerk, Christoph Müllerleile, Oberursel, von der Umweltstiftung WWF, Franz Orth, Krefeld, von der Fundraisingagentur social concept, Christian Osterhaus, Heppenheim, von der Christoffel-Blindenmission, Bernd Pastors, Tönisvorst, von der action medeor, Gerrit Prinssen, Hannover, von SAZ, Klaus Prochazka, Waldbronn, vom Büro Prochazka, Laura Püschel, Aachen, von missio, Claus Reuther, Hankensbüttel, von der Aktion Fischotterschutz, Thomas Ritter, Haibach, Reiner Rogowski, Oberursel, von World Vision, Peter Rövenich, Nideggen, von den Johannitern, Dr. Werner M. Ruschke, Bielefeld, von den v.Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, Steffen Scharrer, Obernburg, vom WWF, Dieter Schöffmann, Köln, freier Berater, Harald Stegmann, Marburg, von der Lebenshilfe, Martin Vestweber, Weiterstadt, von der Deutschen Herzstiftung, und Gerhard Wallmeyer, Seevetal, von Greenpeace. 24 der 37 gehörten zehn Jahre später noch der BSM an.
Vorstandsmitglieder der BSM von Gründung bis 2003
Dem Vorstand der BSM gehörten in den ersten zehn Jahren insgesamt 27 Fundraiserinnen und Fundraiser an: Holger Baum (1993 - 1996) als Besitzer, Johannes Bausch (ab 2003) als Schatzmeister, Dr. Peter-Claus Burens (ab 2002) als Vorsitzender, Hildegard Gaus (1998 - 2003) als Schatzmeisterin und Beisitzerin, Dr. Marita Haibach (1996 - 2002) als stellvertretende Vorsitzende und Beisitzerin, Dr. Friedrich Haunert (ab 2001) als stellvertretender Vorsitzender, Hans-Josef Hönig (ab 2003) als Beisitzer, Ursula Kapp-Barutzki (1993 – 1995) als Beisitzerin und ab 2001 als stellvertretende Vorsitzende, Birgit Kern (1993 - 2000) als Schriftführerin, Anette Brücher-Herpel (ab 2002) als Beisitzerin, Jo Klemens (2000 - 2001) als Schatzmeister, Dagmar Kohring (1993) als Schriftführerin, Mathias Krieger (1993 - 1998) als Beisitzer, Brigitte List-Gessler (2000 - 2003) als Beisitzerin, Angela Mein (1996) als Schatzmeisterin, Dr. Christoph Müllerleile (1993 – 2002) als Vorsitzender, Franz Orth (1993 - 1996) als stellvertretender Vorsitzender, Christian Osterhaus (1998 - 2001) als Beisitzer, Bernd Pastors (1993) als Beisitzer, Dr. Thomas Röhr (2001 – 2003) als Beisitzer, Reiner Rogowski (1993 - 1995) als Schatzmeister, Dr. Stefan Sandbrink (2001 - 2003) als Beisitzer, Steffen Scharrer (1997 - 2000) als Schatzmeister, Patrick Tapp (1996 - 2001) als stellvertretender Vorsitzender, Dr. Michael Urselmann (1995 - 2001) als Beisitzer, Bernd Wohltorf (1995 - 1997) als Schatzmeister, Jörn Ziegler (1993 - 1998) als Beisitzer.
Die Mitgliederstruktur der BSM
Stand Juli 2003. Anzahl der Mitglieder: 890, davon 50,8 Prozent Männer.
Alterstruktur: 18 – 25 Jahre 0,7 Prozent, 26 – 35 Jahre 14,8 Prozent, 36 – 45 Jahre 39,9 Prozent, 46 – 55 Jahre 25,6 Prozent, 55 – 65 Jahre 6,2 Prozent.
Dauer der Mitgliedschaft: ein Jahr 36,4 Prozent, zwei Jahre 18,7 Prozent, drei Jahre 9,4 Prozent, vier Jahre 9,0 Prozent, fünf Jahre 7,0 Prozent, sechs Jahre 4,8 Prozent, sieben bis acht Jahre 5,5 Prozent, neun bis zehn Jahre 9,1 Prozent.
Die große Jubiläumsfeier
Zehn Jahre waren ein guter Grund zum Feiern. Die BSM suchte sich dafür mit dem Frankfurter Römer einen stilvollen Rahmen aus. So lief die BSM-Jubiläumsfeier am 26.September 2003 ab:
Begrüßung
Stadtrat Franz Zimmermann, Magistrat der Stadt Frankfurt am Main
Dr. Peter-Claus Burens, Vorsitzender BSM - Deutscher Fundraising Verband e.V. „Fundraising als Beruf“
Im Gespräch
Frauen und Männer der ersten Stunde
Vortrag
Staatsministerin Dr. ChristinaWeiss Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien „Mäzenatentum und Sponsoring in der Kultur“
Verleihung
Deutscher Fundraising Preis 2003 an Dr. Christoph Müllerleile
Musikalische Umrahmung durch die Frankfurter Musikwerkstatt - Jazzschool
Visuelle Gestaltung durch die Universität der Künste, Berlin.

Fundraising-Preis Christoph Müllerleile

Im Rahmen der Festveranstaltung zum 10-jährigen Bestehen des Deutschen Fundraising Verbands am 26. September 2003 im Frankfurter Römer überreichte die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Dr. Christina Weiss, den Deutschen Fundraising Preis 2003 an Dr. Christoph Müllerleile (links). Rechts im Bild der Vorsitzende des Deutschen Fundraising Verbands, Dr. Peter-Claus Burens. Foto: Rafael Herlich